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Ratgeber Potenzstörungen

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Potenzstörungen
Therapie von Potenzstörungen

Die Leitlinie zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (Potenzstörung) der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) erläutert die unterschiedlichen Therapiemethoden. Entscheidend für die Wahl der richtigen Behandlungsmethode ist zum einen die Form der Potenzstörung ausschlaggebend, zum anderen die Ursache der Beschwerden. Liegt die Ursache von Potenzstörungen im psychischen Bereich, ist eine Sexual- oder Psychotherapie sinnvoll. Bei organischen Ursachen für Potenzstörungen können medikamentöse oder operative Methoden angewandt werden. Häufig helfen auch Erektionshilfen bei Potenzstörungen.

Therapie von Potenzstörungen

Die Leitlinie zur Behandlung der erektilen Dysfunktion der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) erläutert Behandlungsmethoden von Potenzstörungen. Die jeweilige Therapie richtet sich nach der Form der Potenzstörung und der zugrundeliegenden Ursachen. Infrage kommen bei Impotenz unter anderem eine Psycho- oder Sexualtherapie, eine medikamentöse Therapie mit Phosphodiesterase-5-Hemmern, Yohimbin oder Prostaglandin (SKAT), operative Verfahren oder Erektionshilfen.

Die Therapie von Impotenz oder Sterilität, männlicher Unfruchtbarkeit also, ist komplexer. Hier sind die Möglichkeiten der therapeutischen Intervention eingeschränkt, in vielen Fällen bleibt nur die Möglichkeit einer In-vitro-Fertilisation.

Psychotherapie oder Sexualtherapie bei Potenzstörungen

Liegen die Ursachen einer Potenzstörung im psychischen Bereich, ist eine Sexualtherapie oder eine Psychotherapie angeraten. Gegebenenfalls wird die Partnerin oder der Partner hierbei miteinbezogen. Ist die Erkrankung diagnostiziert, trägt die Krankenkasse meist die Kosten für die Therapie.

PDE-5-Hemmer zur Therapie von Potenzstörungen

In vielen Fällen kann die Einnahme von potenzsteigernden Medikamenten die Beschwerden von Potenzstörungen lindern. Da vor der Einnahme solcher Arzneimittel bestimmte Gegenanzeigen dringend ausgeschlossen werden müssen, wird von der Selbstmedikation bei Potenzstörungen abgeraten. Zugelassene Medikamente bei Potenzstörungen sind z. B. rezeptpflichtige PDE-5-Hemmer. Ursprünglich wurden diese Mittel zur Behandlung der Angina pectoris entwickelt. Heute werden sie jedoch größtenteils in der Therapie von Potenzstörungen verschrieben. Diese Hemmstoffe verursachen unter anderem die Erweiterung der Blutgefäße, sodass eine Erektion bei Potenzstörungen erleichtert wird.

Therapie von Potenzstörungen: Yohimbin

Yohimbin ist eine natürlich vorkommende Substanz, die hauptsächlich aus den Blättern und der Rinde des Yohimbe-Baumes gewonnen wird. Lange Zeit wurde es zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt, heute wird es nur noch sehr selten verordnet.

Prostaglandin (SKAT) zur Therapie von Potenzstörungen

Die Methode der Schwellkörperinjektion bei Potenzstörungen gibt es seit den 1980er-Jahren, ihre Erfolgsquote liegt bei 70-80 %. Bei der Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie (SKAT), der sogenannten Penisspritze, wird ein Prostaglandin-E1-Analogon direkt in den Schwellkörper injiziert. Dadurch kommt es zum Erschlaffen der glatten Muskulatur und zum Bluteinstrom in den Penis. Damit der Patient mit Potenzstörungen die richtige Anwendung erlernt und nicht zuletzt auch zur Ermittlung der richtigen Dosierung des Mittels, sind einige Sitzungen beim Facharzt nötig.

Die korrekte Dosis ist deswegen wichtig, weil es bei zu hoher Dosierung des Wirkstoffes zu einer mehrstündigen Dauererektion kommen kann, die für den Patienten recht schmerzhaft ist. Die richtige Handhabung der Spritze ist wichtig, um Verletzungen der Harnröhre oder der umliegenden Gefäße und Nerven auszuschließen. Die Nadel ist sehr dünn, die Injektion also fast schmerzfrei. Ist der Wirkstoff richtig dosiert, kommt es bereits nach wenigen Minuten zu einer Erektion, die rund eine Stunde anhält.

Therapie von Potenzstörungen: Operative Verfahren

Bei bestimmten Gefäßverletzungen lässt sich eine erektile Dysfunktion operativ beheben. Die Operation eines Blutgefäßes am Penis, durch die die Erektionsfähigkeit wiederhergestellt werden kann, ist bei Potenzstörungen nur in sehr seltenen Fällen möglich.

In vielen Fällen kann bei Potenzstörungen eine Schwellkörperprothese eingesetzt werden, die dem Patienten eine „spontane“ Gliedversteifung ermöglicht. Dieser Eingriff ist jedoch vergleichsweise aufwendig und teuer.

Erektionshilfen bei Potenzstörungen

Zu den Erektionshilfen bei Potenzstörungen gehört unter anderem die sogenannte Pumpe, eine Vakuumerektionshilfe, die bei fast jedem Mann eine Erektion herstellen kann. Aufrechterhalten wird diese dann durch einen straffen Gummiring, der an der Penisbasis angebracht wird. Dieses Verfahren ist bei Potenzstörungen meist leicht zu erlernen und ohne Bedenken anwendbar.

Andrea Fiedler-Boldt

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Es gibt eine Vielzahl möglicher Ursachen für die Entstehung von Potenzstörungen. Sie können im psychischen, neurogenen, vaskulären oder hormonellen Bereich liegen. Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Arteriosklerose, Adipositas oder Multiple Sklerose können Potenzstörungen verursachen, wenn sie sich auf die Blutgefäße oder das Nervensystem auswirken. In diesen Fällen wird zu wenig Blut in die Schwellkörper des männlichen Gliedes gepumpt bzw. wichtige Nervenimpulse werden unterdrückt. Oft stellt eine Verkalkung der Gefäße eine Ursache für Potenzstörungen dar.

Daneben kommen auch psychische und soziale Faktoren als Ursachen infrage, etwa Depressionen, Stress und Partnerschafts- oder Persönlichkeitsprobleme. Potenzstörungen können auch als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten.

Potenzstörungen können auf vielfältige Weise auftreten. Die erektile Dysfunktion z. B. beschreibt die Unfähigkeit eine Erektion für einen funktionierenden Geschlechtsverkehr aufrechtzuerhalten oder herzustellen. Unerheblich ist dabei, ob eine Erektion ausbleibt, zu schwach ist oder nicht lange genug anhält. Des Weiteren besagt die Definition, dass die zeitliche Dauer der Potenzstörung mindestens sechs Monate betragen sollte.

Studien belegen, dass die Häufigkeit von Potenzstörungen mit steigendem Alter zunimmt. Da Potenzstörungen auch durch Gefäßveränderungen ausgelöst werden können, sollte auf Cholesterin und Blutdruck geachtet werden. Nikotin- und Alkoholkonsum sowie Übergewicht können sich ebenfalls negativ auf die Potenz auswirken.

Diagnose Potenzstörungen

Am Anfang der Diagnose von Potenzstörungen steht das Anamnesegespräch beim Urologen oder Andrologen. In diesem wird zunächst geklärt, wie die sexuellen Probleme des Patienten aussehen und wie lange sie bereits andauern. Schon hier werden sich unter Umständen Anzeichen für eine psychische Ursache des Leidens zeigen. Die Risiko- und Medikamentenanamnese klärt, ob Vorerkrankungen des Betroffenen als Ursache für die Potenzstörungen infrage kommen, oder ob es sich um die Nebenwirkung eines Medikaments handelt. Zahlreiche weitere Untersuchungsmethoden ermöglichen es dem Arzt, herauszufinden, ob die Ursachen für die Potentstörungen organischer oder psychischer Natur sind, und welche Therapie für den Patienten geeignet ist.