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Ratgeber Potenzstörungen

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Potenzstörungen
Diagnose von Potenzstörungen

Am Anfang der Diagnose von Potenzstörungen steht das Anamnesegespräch beim Urologen oder Andrologen. In diesem wird zunächst geklärt, wie die sexuellen Probleme des Patienten aussehen und wie lange sie bereits andauern. Schon hier werden sich unter Umständen Anzeichen für eine psychische Ursache des Leidens zeigen. Die Risiko- und Medikamentenanamnese klärt, ob Vorerkrankungen des Betroffenen als Ursache für die Potenzstörungen infrage kommen, oder ob es sich um die Nebenwirkung eines Medikaments handelt. Zahlreiche weitere Untersuchungsmethoden ermöglichen es dem Arzt, herauszufinden, ob die Ursachen für die Potentstörungen organischer oder psychischer Natur sind, und welche Therapie für den Patienten geeignet ist.

Diagnose von Potenzstörungen

Nur ein kleiner Teil der Männer, die von Potenzstörungen betroffen sind, lässt sich von einem Arzt behandeln. Die meisten betroffenen Männer scheuen den Besuch beim Arzt und könnten dadurch schwerer wiegende Erkrankungen riskieren. Da Potenzstörungen ein frühes Anzeichen für chronische Erkrankungen oder einen bevorstehenden Herzinfarkt sein können, sollten Männer, die über einen Zeitraum von mehreren Wochen unter Potenzstörungen leiden, einen Arzt aufsuchen.

Diagnose von Potenzstörungen: Urologenbesuch

Die erste Anlaufstelle bei Potenzstörungen ist ein Urologe oder Androloge. Dieser muss, um sich ein Bild von den Störungen zu machen und die Impotenz abzuklären, sehr persönliche Fragen stellen, die unter anderem auch das Sexualleben betreffen. Neben möglichen anderen Erkrankungen und Vorerkrankungen sind auch alle Medikamente wichtig, die der Betroffene einnimmt.

Anamnesegespräch bei der Diagnose von Potenzstörungen

Der Arzt klärt zunächst in einem Gespräch, wie sich sexuelle Probleme/mögliche Potenzstörungen des Betroffenen äußern und wie lange sie bestehen. Während dieses Gesprächs können sich bereits Anzeichen für psychische Ursachen der Potenzstörungen herauskristallisieren. Im Gespräch wird geklärt, ob Vorerkrankungen des Patienten zu Impotenz führen oder ob Medikamente als Ursache der Potenzstörungen infrage kommen können.

Untersuchungen bei der Diagnose von Potenzstörungen

Für die Klärung der Ursachen von Potenzstörungen bzw. einer erektilen Dysfunktion sind einige Untersuchungen notwendig. Am Anfang steht die Untersuchung des Penis und des Hodens. Daneben ist auch die manuelle Untersuchung über den Darm ratsam, die digital-rektale Untersuchung. Diese ermöglicht das Erkennen einer Prostatavergrößerung, die Potenzstörungen verursachen kann.

Eine Blutdruck- und Pulsmessung gehört ebenfalls zur Diagnose von Potenzstörungen. Darüber hinaus wird mittels der Untersuchung von Blut und Urin unter anderem der Hormonstatus bestimmt. Bei Betroffenen ab dem 45. Lebensjahr kann das Blut zusätzlich auf den PSA-Wert untersucht werden. Dieser kann Hinweise auf eine Vergrößerung der Prostata oder Prostatakrebs geben. In seltenen Fällen werden bei Potenzstörungen die Nerven im Beckenboden neurologisch untersucht.

Eine wichtige Rolle bei der Diagnose von Potenzstörungen wie einer erektilen Dysfunktion spielen Ultraschalluntersuchungen, bei denen die Blutgefäße des Penis im Ruhezustand und – seltener – nach der Gabe eines erektionsfördernden Mittels untersucht werden.

Bei nicht schwerwiegenden Befunden bei Potenzstörungen verschreibt der Arzt dem Betroffenen PDE-5-Hemmer, die unter anderem die Blutgefäße erweitern und damit eine Erektion erleichtern sollen. Wenn diese Therapie nicht anschlägt, oder es Hinweise auf organische Schäden gibt, wird der Arzt mittels invasiverer Methoden die Ursachen für die Potenzstörungen suchen.

Weitere Untersuchungsmethoden bei der Diagnose von Potenzstörungen

Die nächtliche penile Tumeszenz- und Rigiditätsmessung (NPTR-Messung) zeichnet die nächtlichen Erektionen auf. Ein gesunder Mann hat drei bis sechs Erektionen pro Nacht, die jeweils mindestens zehn Minuten lang anhalten. Treten diese nächtlichen Erektionen auch bei von Potenzstörungen Betroffenen auf, kann eine organische Ursache ausgeschlossen werden.

Bei der Schwellkörperinjektionstest (SKIT oder SKAT-Test) bei Potenzstörungen wird durch ein Medikament eine Erektion hervorgerufen. Wenn diese über mindestens 15 Minuten anhält, liegt sehr wahrscheinlich keine Störung der Gefäße vor.

Andrea Fiedler-Boldt

07. November 2017
Nach einer Operation oder Strahlentherapie bei Prostatakrebs kann es zu Inkontinenz kommen. Für Betroffene gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten.
  
02. November 2017
Für Männer mit Prostatakrebs gibt es Rehakliniken, die speziell auf die Nachwirkungen der Therapie, wie z. B. Inkontinenz, ausgerichtet sind.
  
09. Oktober 2017
Bei der operativen Entfernung der Prostata kann es bedingt durch eine teilweise Entnahme der Blasenschließmuskulatur zu Inkontinenz kommen.
  
28. September 2017
Das Motto der 2002 gegründeten Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Siegen lautet „Zusammen sind wir stark“.
  
07. März 2017
Bei der Hormontherapie wird die Testosteronproduktion unterbunden, da Testosteron Einfluss auf die Aktivität der Tumorzellen haben kann.
  

Potenzstörungen können auf vielfältige Weise auftreten. Die erektile Dysfunktion z. B. beschreibt die Unfähigkeit eine Erektion für einen funktionierenden Geschlechtsverkehr aufrechtzuerhalten oder herzustellen. Unerheblich ist dabei, ob eine Erektion ausbleibt, zu schwach ist oder nicht lange genug anhält. Des Weiteren besagt die Definition, dass die zeitliche Dauer der Potenzstörung mindestens sechs Monate betragen sollte.

Studien belegen, dass die Häufigkeit von Potenzstörungen mit steigendem Alter zunimmt. Da Potenzstörungen auch durch Gefäßveränderungen ausgelöst werden können, sollte auf Cholesterin und Blutdruck geachtet werden. Nikotin- und Alkoholkonsum sowie Übergewicht können sich ebenfalls negativ auf die Potenz auswirken.

Therapie Potenzstörungen

Die Leitlinie zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (Potenzstörung) der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) erläutert die unterschiedlichen Therapiemethoden. Entscheidend für die Wahl der richtigen Behandlungsmethode ist zum einen die Form der Potenzstörung ausschlaggebend, zum anderen die Ursache der Beschwerden. Liegt die Ursache von Potenzstörungen im psychischen Bereich, ist eine Sexual- oder Psychotherapie sinnvoll. Bei organischen Ursachen für Potenzstörungen können medikamentöse oder operative Methoden angewandt werden. Häufig helfen auch Erektionshilfen bei Potenzstörungen.

Es gibt eine Vielzahl möglicher Ursachen für die Entstehung von Potenzstörungen. Sie können im psychischen, neurogenen, vaskulären oder hormonellen Bereich liegen. Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Arteriosklerose, Adipositas oder Multiple Sklerose können Potenzstörungen verursachen, wenn sie sich auf die Blutgefäße oder das Nervensystem auswirken. In diesen Fällen wird zu wenig Blut in die Schwellkörper des männlichen Gliedes gepumpt bzw. wichtige Nervenimpulse werden unterdrückt. Oft stellt eine Verkalkung der Gefäße eine Ursache für Potenzstörungen dar.

Daneben kommen auch psychische und soziale Faktoren als Ursachen infrage, etwa Depressionen, Stress und Partnerschafts- oder Persönlichkeitsprobleme. Potenzstörungen können auch als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten.